In den frühen Jahren der App Stores wollten viele Unternehmen um jeden Preis mit einem eigenen Icon auf dem Smartphone vertreten sein. Oft folgte darauf die Ernüchterung, weil die App kaum genutzt wurde. Da Entwicklung und Betrieb einer mobilen App mit spürbaren Kosten verbunden sind, sollte vorab geklärt sein, welchen konkreten Nutzen sie stiftet.
Mögliche Vorteile für Unternehmen
- Stärkere Kundenbindung durch Funktionen, die ein wiederkehrendes Alltagsproblem lösen
- Direkte Präsenz auf dem Endgerät der Kunden
- Zugriff auf Gerätefunktionen wie Kamera, GPS oder Push-Benachrichtigungen
Das häufigste Problem: Fehlender Mehrwert
Nutzer installieren und behalten nur eine begrenzte Anzahl an Apps auf ihrem Smartphone – in der Schweiz sind es im Schnitt rund 20 aktiv genutzte Apps. Dennoch veröffentlichen viele Firmen Apps, die lediglich die Inhalte ihrer bestehenden Webseite abbilden.
Solche reinen Abbildungen verursachen unnötige Kosten für Schnittstellen und native Clients auf mehreren Plattformen, bieten dem Nutzer aber keinen Vorteil gegenüber dem mobilen Browser. Wer sich bloss informieren möchte, ruft direkt die Webseite auf. Hinzu kommt der laufende Wartungsaufwand: Mit jedem grossen Betriebssystem-Update (wie damals beim Wechsel von iOS 6 auf iOS 7) müssen Apps angepasst werden.
Die entscheidende Frage lautet daher: Lohnt sich eine eigene App, oder reicht eine gut gestaltete mobile Webseite? Und welchen Grund hat ein Nutzer, die App herunterzuladen und dauerhaft zu behalten?
Erster Schritt: Zielgruppe kennen
Um diese Frage zu beantworten, hilft ein Blick auf das bisherige Nutzerverhalten. Besteht bereits eine Webseite, liefern Analyse-Tools Aufschluss darüber, welche Funktionen und Inhalte mobil besonders häufig gesucht werden.

Zweiter Schritt: Konkrete Probleme identifizieren
Erfolgreiche Apps lösen meist eine klar umrissene Aufgabe. Messenger wie WhatsApp vereinfachen die kurze Abstimmung im Alltag, Shazam beantwortet die Frage «Wie heisst dieser Song?», und die SBB-App zeigt unterwegs die nächste ÖV-Verbindung samt Ticketkauf. Dieses Prinzip gilt genauso für Unternehmens-Apps.
Dritter Schritt: Passende technische Umsetzung wählen
Steht das Problem fest, lässt sich das passende Werkzeug wählen. Oft genügt bereits eine mobil optimierte Webseite, die deutlich günstiger in Entwicklung und Unterhalt ist. Erst wenn Funktionen wie Offline-Zugriff, Hintergrund-GPS, Sensoren oder regelmässige Arbeitsabläufe gefragt sind, spielt eine eigene App ihre Stärken aus – wie etwa bei der Kurs- und Begleit-App der Fotoschule Baur. Wenn Sie abwägen möchten, welcher Weg für Ihr Vorhaben sinnvoll ist, unterstützen wir Sie gerne bei der Einschätzung.

